Häufige Fragen und Antworten
Die Gebäude des Kantonsspitals Schaffhausen sind in den 1950er- und den 1970er-Jahren erstellt worden. Nun zeichnet sich nach all den Nutzungsjahren Erneuerungsbedarf ab. Die räumlichen Gegebenheiten entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen eines Spitals und behindern optimale Abläufe. Deshalb braucht es die Modernisierung mit einem Spital-Neubau.
Auch das Psychiatriezentrum Breitenau weist Sanierungsbedarf auf. Der bauliche Zustand der stationären Akutpsychiatrie in den historischen Gebäuden entspricht kaum mehr den Anforderungen an einen zeitgemässen Betrieb und an angemessene Räumlichkeiten. Um auch in Zukunft eine massgeschneiderte psychiatrische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, überprüft das Departement des Innern zurzeit das Konzept der psychiatrischen Versorgung im Kanton Schaffhausen. Ziel ist es, die bestmögliche Lösung für alle Bereiche der Psychiatrie zu finden. Erst wenn die Ergebnisse dieser Überprüfung vorliegen, wird über die nächsten Schritte bezüglich Psychiatriebauten und -standorte entschieden.
Die Gebäude wurde vor mehr als achtzig Jahren erstellt, in den 1950er- und den 1970er-Jahren auf Basis der damaligen Bedürfnisse, die sich stark geändert haben. Der offensichtliche Erneuerungsbedarf kann auch mit umfassenden Renovationsarbeiten nicht mehr sinnvoll abgedeckt werden. Vor allem nicht in den Gebäudetrakten aus den 1970er-Jahren. Eine Sanierung der bestehenden Gebäude würde mindestens so teuer werden wie das vorliegende Projekt.
Das haben die damals Verantwortlichen bei Kanton und Spital bereits vor über 10 Jahren berechnet – heute ist die Ausgangslage die gleiche, nur dass sich die Infrastruktur weiter verschlechtert hat, und der Sanierungsbedarf weiter gestiegen ist.
- RC-Beton (Reyciling) wird wo möglich eingesetzt
- Erdwärme und Photovoltaikanlage (PV-Anlage mit 745 kWp geplant)
- auf dem Altbau wird gerade aktuell eine Photovoltaikanlage mit 177 kWp erstellt
- örtliches Humusdepot
- Freiraumgestaltung mit Parkanlage
- Bodenbelag Produkt: Tarkett ist ein nachhaltiges Produkt
- flexible Raumnutzung, flächeneffiziente Raumkonzepte
Eigentlich müssten alle Spitäler hierzulande gemäss dem System der Fallpauschalen, das 2012 auf Bundesebene eingeführt wurde, ihre Neuinvestitionen aus den Betriebsgewinnen tragen und das notwendige Investitionskapital an den Kapitalmärkten aufnehmen können. In den letzten Jahren ist dies aber zunehmend unmöglich geworden, denn die Tarife waren auch für effiziente Institutionen wie die Spitäler Schaffhausen über Jahre nicht kostendeckend. Betriebskosten sind nämlich stark gestiegen: durch höhere Energiekosten, Lohndruck und gestörte Lieferketten. Zudem werden die Tarife auch aufgrund der steigenden Krankenkassenprämien nur sehr verzögert an diese Entwicklungen angepasst.
Um eine wirtschaftlich tragbare Finanzierung des Gesamtprojekts sicherzustellen, haben die Spitäler Schaffhausen auch im Auftrag des Regierungsrats sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit der Modernisierung anfallen, ermittelt und detailliert überprüft. Auf dieser Basis wurde ein solider Businessplan erarbeitet, erstmals die tatsächliche Finanzierungslücke ermittelt und dem Regierungsrat ein konkreter Finanzierungsvorschlag unterbreitet.
Insgesamt belaufen sich die Anlagekosten auf rund 330 Mio. Franken (inkl. MwSt, Kostenbasis 04/2024). Dies umfasst die Teilprojekte Spital-Neubau, Parkhaus mit Energiezentrale, Sanierung des Altbaus (Y-Gebäude) sowie die Rückbau- und Umgebungsarbeiten.
Die Differenz zwischen den bereits bekannten Kosten (von 240 Mio. Franken) und den obgenannten Anlagekosten ergibt sich aus der Bauteuerung, der vollständigen Integration der Medizintechnik und Ausstattung, den Mehrkosten für den Umbau des Altbaus, der Erhöhung von Reserven für die phasengerechte Kostengenauigkeit sowie den Bauherrenkosten. Insgesamt ergibt sich eine Finanzierungslücke von rund 230 Mio. Franken.
Der Spitalrat hat dem Regierungsrat beantragt, die sich aus dem Businessplan ergebende Finanzierungslücke folgendermassen zu schliessen:
- Einlage des Kantons in die Eigenkapitalreserven der Spitäler Schaffhausen von 70 Mio. Franken
- Zinsgünstiges und rückzahlbares Darlehen des Kantons von max. 60 Mio. Franken
- Syndizierter Bankkredit von 100 Mio. Franken (syndiziert = von mehreren Banken
Aus eigenen Mitteln werden die Spitäler Schaffhausen 208 Mio. Franken in die Modernisierung investieren.
Der Spitalrat übernimmt die Verantwortung für die Einhaltung der Kosten. Die Kantonsmittel ermöglichen die Investitionen in zukunftsorientierte und attraktive Spitäler Schaffhausen im Dienst der Gesundheitsversorgung für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons und der umliegenden Region.
Die Bevölkerung profitiert von einer zeitgemässen Infrastruktur der Spitäler Schaffhausen, deren Gebäude optimal auf die aktuellen und zukünftigen Anforderungen ausgerichtet sind und zudem flexibel angepasst werden können. So ist eine professionelle gesundheitliche Grundversorgung mit kurzen Wegen auch weiterhin gewährleistet.
Neben der guten Zusammenarbeit mit den ansässigen Hausärztinnen und -ärzten sowie weiteren Partnern arbeiten die Spitäler Schaffhausen schon heute mit der Universitätsklinik Balgrist, der Hirslanden-Gruppe, dem Kantonsspital Winterthur, dem Triemli, dem Universitätsspital Zürich und dem Kinderspital Zürich zusammen.
Das im Juni 2025 eingereichte Baugesuch für das Teilprojekt «Parkhaus mit Energiezentrale» wurde vom Kanton bewilligt. Die Einsprachefrist ist ungenutzt abgelaufen, womit die Baubewilligung seit Januar 2026 rechtskräftig ist. Als nächster Schritt folgen erste Vorbereitungsarbeiten: Zum Schutz von Flora und Fauna erfolgen die für das Parkhaus und die Energiezentrale notwendigen Rodungsarbeiten ausserhalb der Vegetations-, Brut- und Setzzeit. Die Arbeiten starten Anfang März 2026 und dauern voraussichtlich rund zwei Wochen. Sie erfolgen unter direkter Aufsicht und in enger Abstimmung mit dem kantonalen Forstamt
Der offizielle Baustart für das Teilprojekt «Parkhaus inklusive Energiezentrale» ist für Juni 2026 geplant. Der Baustart für den Spital-Neubau ist für den Sommer 2027 geplant. Voraussetzung dafür sind die notwendigen Baubewillgungen sowie die Sicherstellung der Finanzierung des ganzen Modernisierungsprojektes.


